IT von gestern bis heute

Kunde: HEC

Bremer Softwareunternehmen HEC blickt auf über 25 Jahre Firmengeschichte zurück

Bremen, Januar 2014. Vor mittlerweile über einem Vierteljahrhundert entstand in der Hansestadt Bremen eine Softwareschmiede, die bis heute erfolgreich für Unternehmen individuelle Softwareprojekte realisiert und umfänglich rund um die IT berät : die Hanseatische Software-Entwicklungs- und Consulting GmbH, kurz HEC. Und mehr noch – durch den Zusammenschluss mit team neusta stellte das Unternehmen vor ein paar Jahren die Weichen für die Zukunft. Ziel: Bündelung der Stärken in einem mittelständischen und inhabergeführten Firmenverbund. Günther Ewald, Software-Entwickler und seit einigen Jahren Projektleiter bei der HEC, gilt als Mann der ersten Stunde. Seit Beginn der 90er Jahre fließt sein Know-how bei Softwarelösungen der HEC ein. Kein Wunder also, dass er rückblickend einige spannende und teilweise auch kuriose Themen zu berichten weiß.

1988 gründete das Land Bremen unter anderem gemeinsam mit Siemens die HEC. Dahinter stand die Absicht, die sich rasant entwickelnde IT in die Verwaltung zu integrieren und damit Verwaltungsprozesse effektiver zu gestalten. Bis dato arbeiteten die Angestellten im öffentlichen Dienst ausschließlich an Großrechnern. Klassische Schreibarbeit erfolgte mithilfe von Schreibmaschinen. „Zu diesem Zeitpunkt programmierten wir noch ausschließlich in MS DOS, welches jedoch schnell durch Windows 2 abgelöst wurde“, erinnert sich Günther Ewald. „Dabei bestand die Hardware meist aus den oft als 386ern bezeichneten PCs. Sie boten mit gerade einmal vier Megabyte Arbeitsspeicher eine Leistung, die aus heutiger Sicht völlig unzureichend erscheint.“ Zu dieser Zeit programmierten die Softwareentwickler der HEC in der Programmiersprache C, und das Unternehmen konzentrierte sich auf Windows-Anwendungen. Neben Windows setzten sich zudem zeitgleich die Betriebssysteme OS2 und Unix durch.

Von Bremen in den Bundestag

Schnell wuchs die Mitarbeiteranzahl der HEC in den Anfangsjahren auf 30, denn das IT-Unternehmen konzentrierte sich auf weitere Projekte über die Grenzen Bremens hinaus. „Zum Beispiel programmierten wir für den Fahrdienst des Bundestags ein Programm, das wir WinTaxi nannten. Damit ließ sich zu jeder Zeit sicherstellen, dass sich die Fahrer für die Abgeordneten zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle befanden“, beschreibt Ewald eines der großen Projekte dieser Zeit. Außerdem gelang es der HEC, mit dem Programm „TimeTec“ eines der ersten datenbankbasierten PC-Programme zur Terminplanung und Zeiterfassung zu programmieren, das grafikbasierend in Form einer Balkenansicht funktionierte. Allerdings gab es für die Programmierer damals Hürden, die heutzutage nur noch selten vorkommen.

Absturz an der Tagesordnung

Als die Softwareentwicklung noch in den Kinderschuhen steckte, ließen besonders Hardware und Betriebssystem IT-Experten nicht selten im Stich. „Wir waren es damals gewohnt, dass der Rechner drei- bis viermal am Tag abstürzte“, denkt Ewald an die ersten Jahre zurück. „Es lag einfach an der mangelnden Stabilität von Betriebssystem und Hardware.“ Hinzu kam die aus heutiger Sicht aufwendige Art der Datenspeicherung. „Um Programme zu installieren oder zu sichern, benötigten
wir oft bis zu 30 Disketten, denn Server gab es damals keine. Daraus resultierte, dass im Laufe der Entwicklungsphase defekte Disketten die Programmierung einer Software erschwerten“, so Ewald.

Verbundene Sicherheit

Mit dem LAN Manager bekamen Entwickler ein Instrument an die Hand, welches es ermöglichte, nicht mehr nur rechnergebunden, sondern im Netzwerk zu arbeiten. Zunehmende Kompatibilität zwischen den PCs erweiterte zusätzlich die Möglichkeiten in der Softwareentwicklung. „Daten untereinander auszutauschen, bildete damals die Grundlage dazu, zeitgleich im Team zu arbeiten“, erinnert sich Günther Ewald. „Windows 95 lieferte erstmals eine halbwegs verlässliche Netzwerkeinbindung.“ Dadurch, dass sich gegen Ende der Neunziger das Internet für Jedermann durchzusetzen begann, entstanden auch neue Anforderungen an Softwarelösungen. Nun galt es zunehmend, Anwendungen zu konzipieren, die auch online funktionierten.

Vergleich gestern und heute

Grundsätzlich gehört die IT zu den Branchen, bei denen der technische Fortschritt immer wieder neue Herausforderungen an die Mitarbeiter und deren Expertise stellt. „Vor 20 Jahren stammten die Kollegen aus verschiedenen Berufsgruppen“, sagt Ewald. „Darunter befanden sich besonders viele Ingenieure, aber auch Quereinsteiger wie zum Beispiel Biologen.“ Günther Ewald selbst dient als gutes Beispiel, denn er begann seine Berufslaufbahn ursprünglich als Lehrer. Im täglichen Arbeitsleben etablierte sich in den vergangenen zehn Jahren, dass die Softwareentwicklung mehr bei Kunden vor Ort stattfindet. „Unter anderem besitzt dies den Vorteil, dass wir Kunden direkt in unser Projekt einbinden und dadurch weniger Reibungsverluste entstehen.“ Vor nicht einmal 15 Jahren fand die Ausarbeitung eines Konzepts noch in Papierform statt. Zur Jahrtausendwende umfassten Pflichtenhefte 1000 Seiten und mehr. Mittlerweile bieten agile Vorgehensweisen die Möglichkeit, Projekte schlanker, schneller und mit besserer Qualität umzusetzen. Die damit verbundene, noch engere Zusammenarbeit zwischen Softwarehaus und Kunden sowie zeitnahes Feedback stehen im Fokus der Projektdurchführung. Viele Fehler von früher können somit vermieden werden, hält Ewald fest. „Wir beziehen heutzutage Fach- und IT-Abteilungen viel stärker mit in die Entwicklung ein, bieten so höchstmöglicher Transparenz und erzeugen frühzeitig Ergebnisse.“

Wandel im Berufsverständnis

Klassische Programmierer entwickelten sich in den vergangenen Jahren weg von Codeschreibern hin zu Teammitgliedern mit umfassendem technischen, fachlichen und sozialen Know-how. „Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, doch in den 1980er Jahren war es einfach keine. Genügte es vor 25 Jahren, eine gute Software zu einem guten Preis abzuliefern, deren Entwicklung auch über viele Monate oder Jahre dauerte, kommt diese Vorgehensweise heute nicht mehr infrage“, betont Ewald. „Die Anforderungen an messbare Qualität und der Zeitfaktor bestimmen im Wesentlichen die Arbeit aller Beteiligten.“ Den Kunden, seine Geschäftsprozesse und deren Hintergrund zu verstehen sowie wirtschaftlich in eine Software zu adaptieren, gilt als essentiell. Dies ist eines der Rezepte, warum die HEC seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnten trotz diverser Veränderungen am Markt besteht. „Tatsächlich wählen wir unsere Mitarbeiter anhand dieser Fähigkeiten aus. Technische Fertigkeiten allein reichen nicht mehr aus”, so Ewald abschließend.

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