Impfen – Erwachsene sollten ans Auffrischen denken

Kunde: Apothekerkammer Bremen

Eigener Status oft nicht bekannt

 

Bremen, April 2014. Das Thema Impfen ist so aktuell wie selten zuvor. Was ist sinnvoll, was nicht? Dass Erwachsene ein paar ihrer Impfungen auffrischen lassen sollten, wird spätestens dann akut, wenn es in den Urlaub in die Ferne geht. Dabei sollte man die Angelegenheit schon früher in Angriff nehmen, rät die Apothekerkammer Bremen. Das belegen auch die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts zum Thema „Kinderkrankheiten“.

Der Sommerurlaub ist nicht mehr fern. Geht es in diesem Jahr vielleicht nach Brasilien, Schweden, Griechenland, Spanien oder in die Türkei? Eines ist sicher: Der Check des eigenen Impfstatus ist ebenso wichtig wie eine passende Reiseapotheke. „Leider wissen viele Erwachsene gar nicht genau, gegen was sie alles geimpft sind oder wie oft“, bedauert Dr. Richard Klämbt, Präsident der Apothekerkammer Bremen. Häufig sei der Impfpass verloren gegangen oder er wurde beim Arztbesuch vergessen, sodass der aktuelle Aufkleber mit Datumsvermerk fehlt. Betroffene brauchen sich allerdings keine Sorgen zu machen. „Der Hausarzt kann den persönlichen Impfstatus mit einer Blutuntersuchung feststellen. Bei dieser Kontrolle wird das Blut auf ausreichend Antikörper gegen die jeweiligen Krankheitserreger untersucht“, erläutert Klämbt. Urlauber sollten sich aber nicht nur um die Auffrischungen von Tetanus, Polio und eventuell Hepatitis kümmern – je nachdem, wo es hingeht, sind besondere Impfungen wie gegen Typhus, FSME oder Gelbfieber wichtig. Hier hilft ebenfalls die Beratung beim Hausarzt oder beispielsweise bei der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin.

„Kinderkrankheiten“ wieder auf dem Vormarsch

In Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren eine „Impfmüdigkeit“ eingeschlichen. Dabei fallen bewusst Entscheidungen gegen Impfungen, weil gesundheitliche Schäden befürchtet werden. Viele Erwachsene schätzen das Risiko, an Masern, Mumps und Röteln zu erkranken, als gering ein. Aktuelle Zahlen belegen etwas anderes: 2013 erkrankten laut Robert Koch-Institut insgesamt 1775 Menschen in Deutschland an Masern – die stärkste Krankheitswelle seit sieben Jahren. Im Vergleich dazu waren 2012 nur 165 Menschen von der „Kinderkrankheit“ betroffen. Gerade bei Erwachsenen können Masern schwere Komplikationen auslösen: fast 50 Prozent der 20- bis 24-jährigen Erkrankten mussten sich im vergangenen Jahr im Krankenhaus behandeln lassen, bei den 25- bis 39-Jährigen sogar noch mehr. „Die Folgen einer Masern-Erkrankung ist nicht zu unterschätzen“, rät der Kammerpräsident. „Es können Lungen- oder Mittelohrentzündungen folgen, im schlimmsten Fall sogar Hirnhautentzündungen.“ Zwei Altersgruppen seien besonders gefährdet: Erwachsene über 20 und Kinder bis fünf Jahre.

Aufklären und auffrischen

Wer sich nicht impfen lässt, sorgt für gefährliche Lücken. Hier ist eine gute Aufklärung seitens der Ärzte, aber auch der Apotheker wichtig. Besonders, wenn Kunden in der Apotheke beispielsweise nach der richtigen Ausstattung von Reisearzneien fragen. Jeder Erwachsene sollte in seinem Leben mindestens dreimal gegen Diphtherie, Tetanus und Polio geimpft worden sein. Der Schutz gegen Diphtherie und Tetanus muss alle zehn Jahre aufgefrischt werden, gegen Polio ist mindestens eine Dosis ratsam. Zusätzlich ist es möglich, mit dem nächsten fälligen Pieks gegen Diphtherie und Tetanus auch eine Keuchhustenimpfung als Kombinationsimpfstoff zu bekommen. Folgende routinemäßige Impfungen für Erwachsene werden in Deutschland empfohlen: Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis, Keuchhusten, Masern, Mumps und Röteln (für alle nach 1970 Geborenen). Für alle Erwachsenen ab 60 Jahre empfiehlt sich außerdem ein Schutz gegen Grippe und Pneumokokkeninfektion.

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