Tag der Apotheke: Sicher is(st) sicher

Kunde: Apothekerkammer Bremen

Am 5. Juni informieren Apotheken über Wechselwirkungen von Medikamenten und Lebensmitteln

Bremen, Mai 2014. Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte sich vorab ausführlich über eventuelle Wechselwirkungen informieren. Denn schon ein Glas Milch, Grapefruits und Brokkoli können die Effekte von Arzneimitteln beeinträchtigen. Unter dem Motto „Sicher is(s)t sicher“ informieren alle Apotheken am 5. Juni landesweit zum Thema – denn laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Bundesverband Deutscher Apothekerverbände (ABDA) müsste jeder achte Bundesbürger auf Wechselwirkungen zwischen seinen regelmäßigen Arzneimitteln und Lebensmitteln achten.

Was haben Milch, Lakritz, Brokkoli und Salami gemeinsam? Fast jeder genießt zumindest ab und zu eines dieser Lebensmittel – und weiß nicht, dass sie die Wirkung von Medikamenten verstärken oder abschwächen können. „Auf mehr als 315 Arzneistoffe trifft dies zu“, erklärt Klaus Scholz, Vizepräsident der Apothekerkammer Bremen. Dabei sei in einigen Fällen nicht nur der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme entscheidend, sondern auch, aus welchen Bestandteilen das Essen zusammengesetzt ist.

Keine Einnahme mit Milch

Milchprodukte enthalten Kalzium, das mit Antibiotika schwerlösliche Verbindungen im Magen-Darm-Trakt bildet. Die Folge: Der Körper nimmt den Arzneistoff schlechter auf und die Medikamente wirken nicht oder schwächer. Auch Mittel zur Behandlung von Knochenschwund wirken weniger. Hier reagieren vor allem die Wirkstoffe Alendronsäure oder Risedronsäure mit dem Kalzium in Milch, Joghurt, Quark und Käse. Deswegen sollten zwischen der Einnahme der Medikamente und dem Verzehr von Milchprodukten zwei Stunden Pause liegen.

Weitere Wechselwirkungen

Grapefruits, Pampelmusen oder Pomelos verändern den Abbau von Medikamenten und den Transport von Arzneistoffen im Körper. Die Bestandteile verbleiben länger im Körper und die Wirkung verstärkt sich. Für diesen Effekt sorgt der hemmende Einfluss der Grapefruit auf ein körpereigenes Enzym in der Leber, sodass Wirkstoffe höhere Blutkonzentrationen erreichen. Diese Interaktion ist beispielsweise relevant bei Arzneimitteln, die den Cholesterin-Spiegel senken, sogenannte Cholesterol-Synthese-Hemmer wie Atorvastatin, Lovastatin und Simvastatin.

Andere Medikamente wirken durch Grapefruit wiederum schwächer. „Wer Mittel gegen erhöhte Blutfette und Blutdrucksenker zu sich nimmt, sollte auf den Verzehr von Grapefruits verzichten“, rät Klaus Scholz. Auch Lakritz ist in Kombination mit Blutdrucksenkern nicht zu empfehlen. Lakritz mit hohem Gehalt an Süßholzwurzelextrakt kann zu einem relevanten Abfall der Kaliumspiegel und einer Steigerung des Blutdrucks führen.

Einnahme mit Wasser

Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt Arzneimittel mit einem halben Glas Flüssigkeit zu sich – am besten mit reinem Wasser. Das schont die Magenschleimhaut, da die Wirkstoffe den Weg durch den Magen schneller passieren. Scholz nennt einen weiteren Vorteil: „Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS) wirken mit Wasser eingenommen schneller.“

Empfehlungen zur Einnahme beachten

Zu Hinweise, wie und wann ein Medikament am besten einzunehmen ist und bei welchen Arzneimitteln Wechselwirkungen entstehen können, erfahren Interessierte jederzeit bei ihrem Apotheker vor Ort. Am 5. Juni, dem Tag der Apotheke, beantworten die Mitarbeiter ganz speziell Fragen rund um das Thema und unterstützen so die Kampagne „Sicher is(s)t sicher“.

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