Zeckenbiss richtig behandeln

Kunde: Apothekerkammer Bremen

Vorbeugen und schützen – Apotheken beraten rund ums Thema

Bremen, Juni 2014. Der Sommer ist endlich da, und die warmen Temperaturen locken ins Freie. Ab in die Natur! Doch Vorsicht ist geboten, denn hier tummelt sich ein kleines Tierchen, das nicht sofort auf der Haut zu entdecken ist: die Zecke. Ein Biss ist beim richtigen Umgang längst nicht so gefährlich, wie vielfach angenommen. Kommt es zu Beschwerden, sind diese meist vorrübergehend und mild. „Leichtfertig sollte man mit einem Zeckenbiss trotzdem nicht umgehen“, mahnt der Präsident der Apothekerkammer Bremen, Richard Klämbt.

Zecken können zwei Arten von Krankheiten übertragen: die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose. Dabei tritt die FSME hauptsächlich im süddeutschen Raum auf. Aufgrund von Klimaveränderungen und dem milden Winter wurden aber auch in den Landkreisen Rotenburg und Cuxhaven schon Einzelerkrankungen gemeldet. „Borreliose wird hingegen von allen Zeckenarten übertragen, sofern der Erreger 24 Stunden Zeit hat, vom Tier auf den Menschen zu gelangen“, erläutert Klämbt.

Auf Symptome achten

Menschen, die an FSME erkrankt sind, erleben normalerweise zwei Stadien. Die FSME beginnt mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ähnlich einer Sommergrippe. Unter Umständen ist die Erkrankung damit überstanden. Im zweiten Stadium kann das Virus das zentrale Nervensystem befallen. Die schwächste Form ist in diesem Fall eine Hirnhautentzündung. Diese ist an hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und häufig steifem Nacken zu erkennen. Die schwerste Form ist die Gehirnentzündung. Hier ist das gesamte Gehirn betroffen, wobei manche Patienten mit Langzeitschäden leben müssen: Sie sehen oder hören schlechter, haben Konzentrations- oder Erinnerungsprobleme. Auch Einschränkungen beim Sprechen oder Gehen können zurückbleiben. Wird eine schwere Enzephalitis nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sie tödlich verlaufen. Weitere Indizien einer FSME sind Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, psychische Veränderungen oder Lähmungen am Körper. Auch das Rückenmark beziehungsweise die entsprechenden Nervenwurzeln können geschädigt werden.

Eine Borreliose zu diagnostizieren, ist schwieriger, da viele der Symptome auch bei anderen Krankheiten zu finden sind. „Man spricht bei der Borreliose daher von einer multisystemischen Erkrankung“, erläutert der Präsident. Eines der wenigen charakteristischen Symptome ist die Wanderröte. Diese ringförmige Hautrötung kann einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenbiss rund um die Bissstelle auftreten. Im frühen Stadium einer Borreliose werden auch Abgeschlagenheit, Fieber- und Kopfschmerzen beobachtet. Im weiteren Verlauf der Krankheit können verschiedene Zeichen von Hirnhautentzündung über starke Schmerzen bis hin zu Herzproblemen auftreten. Relativ häufig tritt ebenfalls eine Gesichtslähmung auf.

Schutz und Vorbeugung

Wer beabsichtigt, seinen Urlaub in FSME-Risikogebieten zu verbringen, sollte sich vorher impfen lassen, wobei dies bei Kindern ab dem vollendeten ersten Lebensjahr möglich ist. Für den vollständig-aktiven Schutz sind drei Impfungen nötig, die dann nach drei bis fünf Jahren wieder aufgefrischt werden sollten. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es hingegen nicht, bei Verdacht kann allerdings ein Antibiotikum eingenommen werden. Zecken werden von Sträuchern oder Gräsern abgestreift und gelangen so an den Menschen. Sogar im Dünengras an der Nordsee können sie vorkommen. „Wer sich schützen will, trägt in hohen Wiesen, Wäldern oder Böschungen feste Schuhe, lange Hosen und Shirts“, rät Klämbt. Ein Zeckenbiss lässt sich aber nicht hundertprozentig vermeiden. Die Tiere können sich bis zum Biss mehrere Stunden am Körper aufhalten. Sie saugen sich mit Vorliebe an warmen und dünnhäutigen Körperstellen wie am Bauchnabel, in den Achselhöhlen oder im Nacken fest. Wer in der Natur unterwegs war, sollte den Körper abends genau nach Zecken absuchen. Mit der so genannten Zeckenkarte lässt sich das Tier unkompliziert und sicher entfernen. Sie ist in der Apotheke erhältlich und gehört in jede Hausapotheke. Auf vermeintliche Tricks wie Öl auf die Zecke gießen oder Drehen sollte man hingegen verzichten. Auch dürfen sie auf keinen Fall gedrückt werden, da sie dann ihren Mageninhalt samt Erregern ins Blut abgeben. Bei der Entfernung ist es von Vorteil, die Zecke zuerst leicht anzuheben, damit ein leichter Druck auf die Saugwerkzeuge entsteht. Sie geben diesem Druck häufig nach. Nach ein paar Sekunden Halten kann sie schließlich herausgezogen werden.

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