Wenn es auf dem Kopf juckt und krabbelt

Kunde: Apothekerkammer Bremen

Läuse bei Kindern – Tipps und Tricks der Apothekerkammer Bremen

Bremen, 8. Oktober 2014. Kita, Kindergarten und Schule haben gerade erst angefangen, und schon lesen Eltern das Hinweisschild „Wir haben Kopfläuse in der Einrichtung“. Der erste Gedanke: Hoffentlich bekommt mein Nachwuchs keine! Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings umso höher, je später die Parasiten bei anderen Kindern entdeckt und behandelt werden. „Das hat aber nichts mit mangelnder Hygiene zu tun“, beruhigt der Präsident der Apothekerkammer, Dr. Richard Klämbt. „Kopfläuse sind schnell und krabbeln zügig von einem Kopf zum nächsten. Das passiert leicht, wenn Kinder nah beieinander spielen.“ Wer schnell und konsequent handelt, ist die Plagegeister aber schnell wieder los.

Fast jedes Kind ist einmal in seinem Leben von Kopfläusen betroffen – dabei helfen Hausmittelchen oder häufigeres Haarewaschen allerdings nicht, die Parasiten loszuwerden. Panik brauchen Eltern dennoch nicht zu haben, höchstens etwas mehr Geduld. Erste Anzeichen für einen Befall sind das häufige Kratzen am Kopf, an den Ohren oder im Nacken. Das Kind kann auch unruhiger schlafen oder Hautrötungen aufweisen. „Das Jucken kommt von den Stichen der Läuse“, erklärt Klämbt. „Ihr Speichel sorgt dafür, dass das Blut gerinnt und erzeugt den Juckreiz. Auch die Fäkalien der Plagegeister jucken.“ Um wirklich sicher zu gehen, ist es sinnvoll, die Haare des Kindes mit einem speziellen Läusekamm oder sogenannten Nissenkamm zu behandeln. Diesen erhält man in Apotheken. Tipp: Nach dem Haarewaschen eine Pflegespülung auftragen und nicht ausspülen, sondern Strähne für Strähne mit dem Läusekamm bearbeiten. Die Reste der Spülung auf einem hellen Tuch oder Küchenpapier abstreichen. Die milchig-weißen bis grau-bräunlichen Eihüllen – sogenannte Nissen – oder die Läuse an sich lassen sich so am besten erkennen.

Konsequente Behandlung wichtig

Wurden Kopfläuse entdeckt, gilt es, schnell und konsequent zu handeln, um die Plagegeister schnell zu bekämpfen. „Die Behandlung in Form von der Kombination Läusemittel-Läusekamm kann bis zu drei Wochen dauern. Das ist zwar mühsam, aber die einzig wirksame Methode“, erläutert der Kammerpräsident. In Deutschland gibt es drei zugelassene Arzneimittel, speziell gegen die Parasiten entwickelte Insektizide. Sie töten im ersten Schritt lebende Läuse, doch häufig nicht die Eier. Daher muss der Einsatz des Mittels nach acht bis zehn Tagen wiederholt werden. „Zu den drei Insektiziden zählen Pyrethrum, Permethrin und Allethrin. Als Alternative dazu gibt es auch Präparate auf Silikonölbasis sowie ein pflanzliches Produkt, ein Shampoo auf Kokosnussöl-Basis“, so Klämbt. „Wer unsicher ist, kann sich ausführlich in der Apotheke beraten lassen und sollte zusätzlich vorab zum Kinderarzt gehen – besonders, wenn das Kind noch sehr jung ist, bei wundgekratzten Stellen auf der Kopfhaut, bei einer Chrysanthemenallergie oder einer Überempfindlichkeit gegen chemische Substanzen“, rät der Kammerpräsident.

Zeitplan und weitere Vorgehensweisen

Wer ein chemisches Läusemittel verwendet, sollte dem Kind vorab die Haare mit einem ph-neutralen Shampoo waschen, denn Fett im Haar löst den Wirkstoff des Mittels auf. Nach dem Trockenrubbeln den Wirkstoff auftragen und nur mit lauwarmem Wasser wieder ausspülen. Um eine erfolgreiche Behandlung zu gewährleisten, können sich Betroffene folgenden Zeitplan zurechtlegen: 1. Tag: Entdeckung der Kopfläuse mit sofortiger Läusemittelbehandlung und anschließendem Auskämmen, 5. Tag: Nasses Auskämmen, 8., 9. oder 10. Tag: Zweite Behandlung mit Läusemittel mit anschließendem Auskämmen, 13. Tag: Kontrolle durch nasses Auskämmen, 17. Tag: Letzte Kontrolle. Zu Beginn der Behandlung sollten auch Handtücher und Bettwäsche ausgetauscht und bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Bürsten und Kämme kommen für zehn Minuten in heißes Seifenwasser. Kuscheltiere und Wollsachen werden am besten drei Tage lang luftdicht in einem Plastiksack verstaut und danach wie gewohnt gewaschen. Nicht waschbare Stofftiere oder Kleidungsstücke können auch im Gefrierfach oder in der Gefriertruhe bei -18° C über 48 Stunden gelagert werden.

Weitere Informationen unter: www.ak-bremen.de

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