Intensive Beratung bei Einnahme von Medikamenten

Kunde: Apothekerkammer Bremen

Apotheken in Bremen gaben 2015 rund 1.685.851 Arzneimittel ab

Bremen, 18. August 2016 – Es kommt bei Medikamenten nicht nur auf den Wirkstoff, sondern auch auf die Darreichungsform an, da die richtige Anwendung oftmals erklärungsbedürftig ist. Im Jahr 2015 gaben die Apotheken in Bremen rund 1.685.851 Arzneimittel ab, die – unabhängig vom Wirkstoff – allein aufgrund ihrer Darreichungsform besonders beratungsintensiv waren. Das waren rund 32,3 Prozent aller abgegebenen Arzneimittel. Dies ermittelte das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) mit Rezeptdaten von Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das vergangene Jahr.

Die 151 öffentlichen Apotheken in Bremen gaben 2015 insgesamt rund 5.219.377 Packungen Fertigarzneimittel zu Lasten der GKV in Einzelverordnungen ab. Davon waren rund 1.685.851 allein aufgrund der Darreichungsform besonders beratungsbedürftig. Im Vergleich zum Jahr 2014 nahm die Zahl aller Packungen um 1,5 Prozent und die der beratungsbedürftigen Darreichungsformen um etwa 0,8 Prozent zu. Nicht erfasst wurde die Abgabe von nicht rezeptpflichtigen Arzneimitteln und an Privatversicherte.

„Viele Medikamente sind komplizierter anzuwenden als allgemein angenommen. Eine Tablette unzerkaut zu schlucken, ist vergleichsweise einfach. Schwieriger ist es, sich selbst Insulin zu spritzen oder mit einem Pulverinhalator richtig zu inhalieren“, sagt Klaus Scholz, Vizepräsident der Apothekerkammer. Werden Arzneimittel falsch angewendet, bemerken Patienten dies selbst meist nicht. Fehlanwendungen können aber die Wirksamkeit eines Präparats verändern oder zu unerwünschten Wirkungen führen. Scholz: „Jeder Patient sollte sich in der Apotheke die richtige Anwendung seiner Medikamente zeigen oder erklären lassen.“

Der größte Anteil der beratungsintensiven Darreichungsformen entfiel auf diejenigen, die ohne spezielle Rücksprache nicht geteilt werden dürfen (683.519 Packungen). „Apotheker beraten zur Teilbarkeit, weil wir aus Studien wissen, dass Patienten rund ein Viertel aller Tabletten vor der Einnahme teilen“, so der Vizepräsident. Auf Platz zwei und drei der beratungsbedürftigen Darreichungsformen folgten Medikamente zur Injektion bzw. Infusion (231.605 Packungen) und Medikamente zur Inhalation (203.497 Packungen). Weitere erfasste Darreichungsformen waren Mittel zur Anwendung am Auge, in der Nase, in der Vagina oder im After. Apotheker erklären auch die Zubereitung von Medikamenten wie Trockensäften oder beraten zur korrekten Anwendung von festen Darreichungsformen, die nicht einfach geschluckt werden können. Ein Beispiel für diese Arzneiformen sind Buccaltabletten, die sich langsam in der Mundhöhle auflösen sollen.

Weitere Informationen unter: www.ak-bremen.de

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