Tag der Patientensicherheit am 17. September

Kunde: Apothekerkammer Bremen

AMTS- und ATHINA-Apotheken stehen für Optimierung des Medikationsprozesses

Bremen, 15. September 2016 – Zum „Internationalen Tag der Patientensicherheit“ am kommenden Sonnabend, 17. September, erklären die Spitzenvertreter der Apothekerkammern Bremen, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein, Hessen und Westfalen-Lippe: „Apothekerinnen und Apotheker tragen als Lotsen zwischen den Patientinnen und Patienten sowie den Ärztinnen und Ärzten bereits heute entscheidend zu einer Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) und der Therapietreue bei.“ In den sechs Kammerbezirken haben darüber hinaus gut 2.000 Apotheker/innen spezielle Fortbildungen durchlaufen, um ein Medikationsmanagement in der Apotheke auf besonders hohem Niveau umsetzen zu können.

Aktuelle Studien zeigen, dass nur etwas mehr als 50 Prozent der verordneten Medikamente sachgemäß und regelmäßig eingenommen werden. Patienten mit hoher Therapietreue werden schneller gesund bzw. seltener ins Krankenhaus überwiesen. „Dafür brauchen wir zum einen besonders gut ausgebildete Apothekerinnen und Apotheker. Zum anderen ist ein enges Miteinander mit den Ärztinnen und Ärzten sowie den Patientinnen und Patienten unerlässlich“, weiß Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, die das Projekt ATHINA (Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken) angestoßen hat. „Vollständige und aktuelle Informationen über die verordnete Medikation sind eine Grundvoraussetzung für eine sichere und optimale Therapie. Vor dem Aushändigen des Medikationsplanes ist daher eine Medikationsanalyse wünschenswert“, ergänzt Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, in der Apotheker/innen seit 2012 das Programm „Apo-AMTS“ durchlaufen können. Aus ihrer Sicht müssen öffentliche Apotheken eine Schlüsselrolle bei der Erstellung und regelmäßigen Aktualisierung des Medikationsplans spielen, auf den Patienten – sofern sie mindestens drei Arzneimittel regelmäßig einnehmen – ab dem 1. Oktober einen gesetzlichen Anspruch haben werden.

AMTS als Einhalten von Beratungsstandards

Das Kürzel „AMTS“ steht für Arzneimitteltherapiesicherheit. „AMTS ist als ein Gesamtprozess zu verstehen, der die sichere Anwendung von Arzneimitteln, die Begleitung der Therapie und die Vermeidung von Wechsel- sowie Nebenwirkungen umfasst“, erläutert Dr. Richard Klämbt, Präsident der Apothekerkammer Bremen. Dieser werde durch zahlreiche Beteiligte und Strukturen beeinflusst, ergänzt Klämbt: „Dabei kann Vieles schieflaufen: Vom Medikationsfehler bei der Verordnung bis zur falschen Anwendung durch den Patienten.“ AMTS in der öffentlichen Apotheke bedeutet generell das Einhalten von Beratungsstandards bei der Abgabe bestimmter Arzneimittel. Ein Beispiel: Bei der Abgabe eines Rheumamittels mit Methotrexat ist der Hinweis auf die einmal wöchentliche Einnahme sehr wichtig. „Eine versehentliche tägliche Anwendung, beispielsweise durch eine Verwechslung mit anderen Arzneimitteln, kann zu schweren unerwünschten Wirkungen wie Knochenmarksschädigungen führen“, warnt Präsident Dr. Richard Klämbt.

Bei Patienten, die viele Arzneimittel einnehmen, bieten Apotheker/innen eine Medikationsanalyse in der Regel mit einem sogenannten Brown-Bag-Review an. Hierbei bringt der Patient seine kompletten Medikamente in einer Tüte mit in die Apotheke. Die Apothekerin oder der Apotheker sieht die Medikamente durch, überprüft Verfalldaten, Doppelverordnungen, Dosierungen, Einnahme/Anwendung und Interaktionen und bespricht die Ergebnisse mit dem Patienten. Wenn nötig, wird Kontakt mit dem Arzt aufgenommen. Diese umfassende Dienstleistung übersteigt zeitlich und fachlich eine normale Beratung bei der Abgabe eines Arzneimittels und ist daher mit Kosten für den Patienten verbunden.

Zahlen – Definitionen – Fakten

Schulungsangebote in den sechs Kammern: Das Fortbildungskonzept „Apo-AMTS“ wird seit Oktober 2012 von der Apothekerkammer Westfalen-Lippe und der Universität Münster angeboten. Das Fortbildungskonzept „ATHINA“ wurde von der Apothekerkammer Nordrhein entwickelt und wird inzwischen auch in Baden-Württemberg, Bremen, Hessen und Niedersachsen eingesetzt. In den genannten Bundesländern gibt es (zum Stichtag 30. Juni 2016) 10.504 Apotheken. Alle Apotheken beraten und informieren zu AMTS: Ergänzt wird dieses Angebot durch von den Kammern besonders geschulte AMTS-Experten. Sie finden sich durchschnittlich in jeder neunten bis zehnten Apotheke, Tendenz stark steigend.

Was sind Medikationsanalyse und Medikationsmanagement?

Eine Medikationsanalyse ist eine strukturierte Überprüfung aller Medikamente eines Patienten, die dieser aktuell einnimmt. Sie umfasst zwei Gesprächstermine, bei denen zunächst alle wichtigen Informationen zur Arzneimitteltherapie gesammelt werden. Arzneimittelbezogene Probleme werden dokumentiert, zusammen mit Arzt und Patient gelöst und Maßnahmen dazu in einem Abschlussgespräch vereinbart. Ziele sind die Erhöhung der Effektivität der Arzneimitteltherapie und die Minimierung von Arzneimittelrisiken. Von Medikationsmanagement sprechen Apotheker/innen, wenn diese erste Analyse in eine kontinuierliche Betreuung des Patienten durch ein Team von Ärzten, Apothekern und eventuell Pflegern übergeht.

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Intensive Beratung bei Einnahme von Medikamenten

Kunde: Apothekerkammer Bremen

Apotheken in Bremen gaben 2015 rund 1.685.851 Arzneimittel ab

Bremen, 18. August 2016 – Es kommt bei Medikamenten nicht nur auf den Wirkstoff, sondern auch auf die Darreichungsform an, da die richtige Anwendung oftmals erklärungsbedürftig ist. Im Jahr 2015 gaben die Apotheken in Bremen rund 1.685.851 Arzneimittel ab, die – unabhängig vom Wirkstoff – allein aufgrund ihrer Darreichungsform besonders beratungsintensiv waren. Das waren rund 32,3 Prozent aller abgegebenen Arzneimittel. Dies ermittelte das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) mit Rezeptdaten von Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das vergangene Jahr.

Die 151 öffentlichen Apotheken in Bremen gaben 2015 insgesamt rund 5.219.377 Packungen Fertigarzneimittel zu Lasten der GKV in Einzelverordnungen ab. Davon waren rund 1.685.851 allein aufgrund der Darreichungsform besonders beratungsbedürftig. Im Vergleich zum Jahr 2014 nahm die Zahl aller Packungen um 1,5 Prozent und die der beratungsbedürftigen Darreichungsformen um etwa 0,8 Prozent zu. Nicht erfasst wurde die Abgabe von nicht rezeptpflichtigen Arzneimitteln und an Privatversicherte.

„Viele Medikamente sind komplizierter anzuwenden als allgemein angenommen. Eine Tablette unzerkaut zu schlucken, ist vergleichsweise einfach. Schwieriger ist es, sich selbst Insulin zu spritzen oder mit einem Pulverinhalator richtig zu inhalieren“, sagt Klaus Scholz, Vizepräsident der Apothekerkammer. Werden Arzneimittel falsch angewendet, bemerken Patienten dies selbst meist nicht. Fehlanwendungen können aber die Wirksamkeit eines Präparats verändern oder zu unerwünschten Wirkungen führen. Scholz: „Jeder Patient sollte sich in der Apotheke die richtige Anwendung seiner Medikamente zeigen oder erklären lassen.“

Der größte Anteil der beratungsintensiven Darreichungsformen entfiel auf diejenigen, die ohne spezielle Rücksprache nicht geteilt werden dürfen (683.519 Packungen). „Apotheker beraten zur Teilbarkeit, weil wir aus Studien wissen, dass Patienten rund ein Viertel aller Tabletten vor der Einnahme teilen“, so der Vizepräsident. Auf Platz zwei und drei der beratungsbedürftigen Darreichungsformen folgten Medikamente zur Injektion bzw. Infusion (231.605 Packungen) und Medikamente zur Inhalation (203.497 Packungen). Weitere erfasste Darreichungsformen waren Mittel zur Anwendung am Auge, in der Nase, in der Vagina oder im After. Apotheker erklären auch die Zubereitung von Medikamenten wie Trockensäften oder beraten zur korrekten Anwendung von festen Darreichungsformen, die nicht einfach geschluckt werden können. Ein Beispiel für diese Arzneiformen sind Buccaltabletten, die sich langsam in der Mundhöhle auflösen sollen.

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Chronisches Venenleiden nicht unbehandelt lassen

Kunde: Apothekerkammer Bremen

Apothekerkammer Bremen rät zur Untersuchung und berät zu Behandlungsmöglichkeiten

Bremen, 01. Juni 2016 – Gerade an warmen Tagen haben viele Menschen abends geschwollene Beine bzw. Knöchel oder Füße. Die Haut spannt, die Beine fühlen sich an wie Blei. In vielen Fällen handelt es sich bei den Betroffenen um „einfache“ Ödeme, die schnell wieder verschwinden. Es kann allerdings auch eine chronisch venöse Insuffizienz (CVI) vorliegen, die mit zunehmendem Alter schlimmer werden kann. Wer erste Anzeichen wie Besenreiser, Krampfadern, geschwollene oder auch juckende Beine bemerkt, sollte die Ursache schnellstens beim Arzt abklären lassen.

Rund 50 Prozent der Männer und 63 Prozent der Frauen sind von dem Symptom schwerer Beine betroffen. Der Körper besteht zu etwa 70 Prozent aus Wasser, wobei sich der größte Teil außerhalb der Blutgefäße im Gewebe befindet. Ist das Gleichgewicht zwischen Gewebsflüssigkeit und Blut gestört, kommt es vermehrt zu Wassereinlagerungen, den sogenannten Ödemen. „Frauen leiden aufgrund ihres schwächeren Bindegewebes und hormoneller Einflüsse häufiger darunter als Männer“, soDr. Isabel Justus, Geschäftsführerin der Apothekerkammer Bremen. Das Problem betrifft vereinzelt auch Jüngere, spielt aber mit zunehmendem Alter eine immer größere Rolle. Gerade schwere Verlaufsformen treten bei älteren Patienten auf. „Wer zudem viel sitzt oder hauptsächlich steht und sich tagsüber wenig bewegt, hat abends mit geschwollenen, schweren Beinen zu kämpfen.“ Schwangere leiden oftmals besonders zum Ende der Schwangerschaft hin unter Ödemen. Dabei sind nicht nur die hormonellen Veränderungen Grund für einen veränderten Wasserhaushalt und der Bindegewebsbeschaffenheit, sondern auch der erhöhte Druck auf die großen Venen im Bauchraum.

Volkskrankheit Venenleiden

In der Regel verschwinden die Schwellungen innerhalb kürzester Zeit wieder, sobald die Beine eine Zeitlang hochgelegt wurden und sind von harmloser Natur. „Dauerhaft dicke Beine oder sogar Verfärbungen können allerdings auch Zeichen von einer chronisch venösen Insuffizienz sein und sollten dringend vom Hausarzt oder Venenspezialisten – Phlebologen – abgeklärt werden“, rät Justus. Unbehandelt, schreitet das Venenleiden fort und kann im schlimmsten Fall zum offenen Bein führen. „Je eher eine chronisch-venöse Insuffizienz behandelt wird, desto besser sind die Chancen, das Leiden so gut wie möglich einzudämmen“, erklärt Justus.

Hilfsmittel und Tipps

„Bewegung ist hier schon einmal das A und O“, so Justus. „Gerade an heißen Tagen sollten lange Sitz- und Stehphasen vermieden werden. Zwischendurch herumlaufen oder die Mittagspause für einen kleinen Spaziergang zu nutzen, tut den Beinen genauso gut wie ein paar Minuten hochlegen.“ Weitere sinn- und wirkungsvolle Maßnahmen, um den Beinen auf die Sprünge zu helfen, sind beispielsweise Treppen steigen statt Fahrstuhl fahren, Kneippen (Wassertreten), kalte Beingüsse, oder Fußgymnastik wie mit den Füßen von vorne nach hinten zu wippen oder kreisen zu lassen.

In der Apotheke gibt es zahlreiche pflanzliche Arzneimittel mit den Wirkstoffen des Roten Weinlaubs, der Rosskastaniensamen, des japanischen Schnurbaums oder auch des Mäusedornwurzelstock. Klinische Studien belegten eine positive Wirkung bei oraler Einnahme. So konnte anhand einer Studie gezeigt werden, dass die Abschwellung der Unterschenkel nach Einnahme von Rosskastanien-Extrakt vergleichbar mit einer Kompressionstherapie war. Die Wirkstoffe der Phytopharmaka wie Aescin und Oxerutin wirken der Schwellung wirksam entgegen, sind kapillarabdichtend und wirken antientzündlich. „Pflanzliche Venentherapeutika sollten allerdings ausreichend hoch dosiert sein und regelmäßig über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da die Wirksamkeit der Arzneimittel erst nach einigen Wochen der Einnahme eintritt“, so Justus. Kühlende Cremes können – schon morgens aufgetragen – ebenfalls für ein angenehmeres Gefühl sorgen, ebenso wie das Tragen von Stützstrümpfen, die freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich sind. Hier gibt es allerdings klare Unterschiede zu medizinischen Kompressionsstrümpfen, die individuell im Orthopädie- oder Sanitätshaus angepasst und von den Krankenkassen bezuschusst werden. „Auch, wenn es gerade im Sommer unangenehm ist, die Strümpfe zu tragen, sorgen sie nichtsdestotrotz – regelmäßig angezogen – für eine verbesserte Venenfunktion“, gibt die Fachapothekerin zu bedenken. Die Kompressionstherapie kann auch mit der Einnahme von Phytopharmaka kombiniert werden.

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Wenn der Schädel brummt

Kunde: Apothekerkammer Bremen

Apothekerkammer Bremen über die richtige Behandlung bei Kopfschmerzen

Bremen, 09. Mai 2016 – Etwa 70 Prozent aller Deutschen leiden gelegentlich unter Kopfschmerzen, jeder zehnte ist sogar wöchentlich betroffen. „Kopfschmerz ist allerdings nicht gleich Kopfschmerz“, gibt Dr. Richard Klämbt, Präsident der Apothekerkammer Bremen zu bedenken. „Bei den meisten Menschen handelt es sich um einen Spannungskopfschmerz. Doch auch Migräne und Clusterkopfschmerz sind möglich. Des Weiteren gibt es die Beeinträchtigung durch den Missbrauch von Arzneimitteln als Kopfschmerzursache.“

Kopfschmerzen sind unangenehm und schmerzhaft. Doch wer hätte gewusst, dass es 250 verschiedene Arten gibt? Diese werden in zwei Gruppen geteilt: in primäre und sekundäre Kopfschmerzen. „Bei primären Kopfschmerzen ist die Erkrankung der Schmerz selbst. Da die Anlage dafür vererbt wird, leiden Betroffene oftmals an Migräne oder Spannungskopfschmerzen“, erläutert Klämbt. Kopfschmerzen als Begleiterscheinungen bei Grippe oder Nasennebenhöhlenentzündung gehören in die zweite Gruppe. Dazu zählen auch die Leiden, die durch den Missbrauch von Medikamenten, bei Bluthochdruck oder einer Hirnhautentzündung auftreten. „Der Unterschied der beiden Formen ist sehr wichtig für die Behandlung“, so der Kammerpräsident. Schmerzmittel würden in manchen Fällen also keine Linderung bringen.

Unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten

Wer unter Migräne leidet, bedarf einer gezielten Behandlung vom Arzt. Ist die Diagnose gesichert, können Patienten auch rezeptfrei Schmerzmittel wie Triptanen in der Apotheke erhalten. Doch auch immer wieder auftretender Kälte- oder hormonell bedingter Kopfschmerz, Beschwerden bei Erkrankungen der Halswirbelsäule oder der Clusterkopfschmerz sollten beim Hausarzt abgeklärt werden. Besonders Letzterer bedarf ärztlicher Behandlung, da es sich um eine seltene, unvermittelt auftretende Kopfschmerzerkrankung mit einseitigen sehr starken Schmerzattacken im Schläfen- und Augenbereich handelt. „In den meisten Fällen handelt es sich allerdings um Spannungskopfschmerzen, die gelegentlich auftreten. Charakteristisch hierfür ist ein drückender bis ziehender Schmerz im ganzen Kopf. Die Schmerzen lassen sich gut und zügig behandeln“, weiß Klämbt. Oft hilft auch frische Luft oder ein Ausgleich des Flüssigkeitsmangels durch reichlich trinken. Rezeptfreie Arzneimittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol sind dagegen für die Behandlung leichter Beschwerden geeignet, in der Apotheke sind aber auch Kombinationspräparate, die zusätzlich Coffein enthalten können, erhältlich. Die Auswahl eines geeigneten Arzneimittels sollte stets patientenindividuell erfolgen, und „grundsätzlich sollten die Medikamente nicht länger als drei Tage hintereinander eingenommen werden“, warnt der Apotheker. „Sind die Kopfschmerzen danach immer noch vorhanden, ist ein Gang zum Arzt sinnvoll.“

Der Ursache auf den Grund gehen

Um allgemein etwas gegen Kopfschmerzen zu tun, kann eine Änderung der bisherigen Lebensgewohnheiten helfen. Beispielsweise der Verzicht auf Alkohol, Zigaretten und Kaffee. Regelmäßiger und vor allem gleichmäßiger Schlaf bringt dem Körper ebenfalls die nötige Ruhe – genauso wie die Verringerung von Stress. „Ein Kopfschmerztagebuch kann sinnvoll sein, um herauszufinden, wann genau und in welchem Zusammenhang die Beschwerden auftreten“, so Klämbt. Dazu könnten zu viele Termine ebenso zählen wie dauerhafte Lärmbelästigung, Konflikte in der Familie oder bestimmte Lebensmittel.

 

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161.500 Rezepturarzneimittel in 2015 hergestellt

Kunde: Apothekerkammer Bremen

Bremer Apotheken ergänzen industriell hergestellte Medikamente

Bremen, 11. April 2016 – Im vergangenen Jahr haben die 152 öffentlichen Apotheken in Bremen rund 161.500 Rezepturen für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hergestellt. Das ergab eine Auswertung von Verordnungen durch das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI). „Insgesamt liegt die Zahl noch deutlich höher, weil Rezepturen für Privatversicherte oder auf direkte Nachfrage des Patienten gar nicht erfasst werden. Das zeigt: Rezepturarzneimittel sind und bleiben eine notwendige Ergänzung zu industriell hergestellten Arzneimitteln“, äußert Dr. Richard Klämbt, Präsident der Apothekerkammer Bremen.

„Rezepturarzneimittel sind in vielen Fällen unersetzlich, zum Beispiel, wenn ein Kind ein Medikament in einer Dosis braucht, für die es kein industriell hergestelltes Arzneimittel gibt,“ so Klämbt. Der Großteil der maßgefertigten Medikamente für gesetzlich Versicherte entfiel 2015 auf sogenannte „allgemeine Rezepturen“ (104.558 Arzneimittel), beispielsweise Kapseln oder Salben. Jede Apotheke kann solche allgemeinen Rezepturen herstellen. Davon abgegrenzt werden sogenannte Spezialrezepturen, beispielsweise für die Heroinersatz- oder Krebstherapie sowie die künstliche Ernährung (Ernährung unter Umgehung des Darms). Mit der Herstellung von Rezepturen leisten die Bremischen Apotheken einen wichtigen Beitrag zur Überbrückung von Versorgungslücken bei Fertigarzneimitteln. Vergütet werden der Einkauf der Grundstoffe und die Herstellung des Medikamentes. Anders als bei Fertigarzneimitteln gibt es aber keine Gebühr für Beratung und Abgabe der individuellen Arznei. Dazu Klämbt: „Das ist nicht nachvollziehbar, weil gerade Rezepturarzneimittel oft eine besonders intensive Beratung erfordern. Deswegen fordern wir ein, dass Rezepturen hinsichtlich des Beratungsaufwandes den Fertigarzneimitteln gleichgestellt werden.“

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Was hilft bei Herpes?

Kunde: Apothekerkammer Bremen

Apothekerkammer Bremen gibt Tipps gegen die ungeliebten Bläschen

Bremen, März 2016 – Erst kribbelt und brennt es auf der Lippe, dann folgen kleine Bläschen – Lippenherpes – im Fachausdruck Herpes labialis genannt – zählt weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten der Haut. Viele Menschen leiden immer wieder an dem Herpes-Simplex-Virus (HSV1). Wie sich die Bläschen bei Auftreten effektiv bekämpfen lassen, erläutert die Apothekerkammer Bremen.

Das HSV1 ist für die bekannte Bläschenbildung an der Lippe verantwortlich. Laut dem Robert-Koch-Institut sind etwa 85 Prozent der Erwachsenen in Deutschland mit dem Virus infiziert, allerdings kommt es nur bei 30 Prozent zur nach außen sichtbaren Ausprägung der Krankheit, und gerade einmal 1 Prozent weisen jeden Monat Symptome auf. Doch wie kommt es zur Infektion? „Der Virus wird meist schon im Kindesalter übertragen und verbleibt dann ein Leben lang im Körper“, erläutert Klaus Scholz, Vizepräsident der Apothekerkammer Bremen. Die Infektion geschehe von Mutter zu Kind oder beim Spielen mit Freunden. „Im Erwachsenenalter ist eine Ansteckung durch Husten, Niesen oder Küssen möglich.“ Die Virus-DNS nistet sich dann in den Nervenzellen ein, wo sie nicht vom Immunsystem bekämpft werden kann. Durch eine Vermehrung der DNS kann es schließlich zu den bekannten Bläschen kommen. Ausgelöst werden diese beispielsweise durch Fieber, Sonnenbrand, eine Schwächung des Immunsystems, Stress, Ekelempfinden oder Hormonschwankungen. Betroffene merken einen herannahenden Herpes dadurch, dass die Haut erst gereizt wirkt und juckt, nach wenigen Tagen bilden sich die typischen Herpesbläschen. Diese flüssigkeitsgefüllten Stellen enthalten Millionen von Viren und sind bei Kontakt hochinfektiös. Im späteren Krankheitsverlauf verkrusten sie und bilden gelbe Wundflächen. Nach etwa einer Woche sollten die Symptome abgeklungen sein.

Besondere Vorsicht ist bei Schwangeren und Stillenden, Säuglingen sowie Kleinkindern geboten. Diese Patienten sollten bei ersten Anzeichen einer Herpesinfektion umgehend einen Arzt aufsuchen – ebenso alle Betroffenen, bei denen ein Übergang der Infektion auf Kinn und Nase, eine zusätzliche Infektion der Augen oder anderer Körperteile (Herpes genitalis oder Herpes zoster), Fieber oder ein starkes Krankheitsgefühl auftritt.

Schnelle Hilfe

Ist der Herpes da, rät Scholz zur schnellen Behandlung: „Bei normalem Verlauf werden lokale Arzneimittel mit den Wirkstoffen Aciclovir oder Penciclovir eingesetzt. Die sogenannten Virustatika hemmen die Virusvermehrung und helfen somit am effektivsten, je frühzeitiger sie eingesetzt werden.“ Die Cremes sollten immer mithilfe eines Wattestäbchens auf das infizierte Areal aufgetragen werden, um weitere Kontaminationen zu vermeiden. Die Anwendung kann bis zu fünfmal täglich über einen Zeitraum von etwa fünf bis sieben Tagen erfolgen. „Aciclovir und andere Virustatika können bei schweren Verlaufsformen auch in Tablettenform verabreicht werden“, erklärt der Apotheker. Allerdings unterliegen diese Arzneimittel der Verschreibungspflicht, der Arzt muss sie also verordnen. Das als topisch anwendbare zugelassene Foscarnet-Natrium ist ebenfalls rezeptpflichtig. In der Selbstmedikation stehen allerdings auch Präparate mit Melissenextrakt, Zinksulfat und Zink-Heparin-Kombinationen zur Verfügung. Mittel mit Melisse hemmen das Eindringen des Virus in die Zelle. Das gleiche Wirkprinzip gilt für Zinksulfat. Es fördert zudem die Wundheilung durch Austrocknung der Bläschen.

Relativ neu ist ein Pflaster auf Hydrokolloid-Basis. Es bildet ein Feuchtigkeitspolster über den Herpesbläschen, dämmt so die äußerliche Verbreitung der Herpesviren ein und fördert den Heilungsprozess nach dem Prinzip der feuchten Wundheilung. Die Krankheitsdauer wird in der Regel allerdings nicht reduziert. Für Frauen besonders interessant: Das nahezu unsichtbare Pflaster lässt sich überschminken, wodurch der Herpes kaum mehr sichtbar ist. Neben diesen Arzneien, die Betroffene in der Apotheke erhalten, gibt es auch hilfreiche Hausmittel. Zu diesen zählen beispielsweise Heilerde und Zinkzahnpasta.

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Lesung mit Prof. Dr. Dr. Hermann-Josef Roth

Kunde: Apothekerkammer Bremen

Apothekerkammer Bremen und Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft laden ein

Bremen, 18. Februar 2016 – Wir sind umgeben von Schadstoffen – doch sind alle wirklich so gefährlich und was können wir tun, um uns weitestgehend zu schützen? Dieser Frage ist der Pharmazeut Hermann-Josef Roth in seinem Buch „Unser täglich Gift“ nachgegangen. Am 24. Februar ist er in Bremen für eine Lesung zu Gast.

Wer schon immer einmal wissen wollte, welchen Belastungen wir täglich ausgesetzt und wo versteckte Fette oder Zucker zu finden sind, sollte einen Blick in das Buch „Unser täglich Gift“ werden. Dort widmet sich Professor Dr. Dr. Hermann-Josef Roth diversen Umwelt- und Alltagsgiften, Luft- und Wasserverunreinigungen, aber auch Allergien und Unverträglichkeiten. Auszüge aus seinem Werk trägt der bereits mehrfach mit Auszeichnungen geehrte Pharmazeut am Mittwoch, den 24. Februar, ab 20 Uhr während seiner Lesung in der DKV-Residenz am Wandrahm vor. Im Anschluss können sich die Zuhörer mit Roth austauschen.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Veranstaltung der Apothekerkammer und Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft zu besuchen. Der Eintritt ist kostenlos.

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Wirksame Hilfe bei Halsschmerzen

Kunde: Apothekerkammer Bremen

Apothekerkammer Bremen über Hausmittel und Selbstmedikation

Bremen, 15. Januar 2016 – Endlich gab es jetzt im Januar den lang ersehnten Schnee und zwischendurch schon ein paar knackig-kalte Tage. Leider sorgen die Temperaturschwankungen  allerdings auch dafür, dass unser Immunsystem aus dem Gleichgewicht gerät. So wird im Umfeld immer öfter gehustet, mit kratziger Stimme gesprochen oder häufig genießt. Was hier am besten hilft, erläutert die Apothekerkammer Bremen.

Trockene Heizungsluft und schwankende Temperaturen – der Körper wird im Winter auf eine harte Probe gestellt. Um nicht dauerhaft mit Husten und Schnupfen belastet zu sein, gilt es, die Abwehrkräfte ausreichend zu stärken. „Viel frische Luft, ausgewogene Ernährung, Sport, warme Kleidung und ausreichend Schlaf sind immer noch die beste Medizin, um nicht krank zu werden“, so Vize-Kammerpräsident Klaus Scholz. Sollte es dennoch zu Erkältungssymptomen wie Kopfweh, Schniefnase und Halsschmerzen kommen, ist im ersten Schritt eine Selbstmedikation in Ordnung.

Linderung verschaffen

Halsschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden, mit denen Menschen als erstes in die Apotheke kommen, ehe sie einen Arzt aufsuchen. Eine akute Rachenentzündung – die sogenannte Pharyngitis – ohne zusätzliche Symptome kann in der Regel komplikationslos und schnell behandelt werden.  Wer erst einmal auf Hausmittel zurückgreifen möchte, kann beispielsweise mit Salzwasser oder Salbei gurgeln, Eiswürfel lutschen oder auch Halswickel ausprobieren. Hier tut entweder ein einfacher kalter Wickel über Nacht oder auch eine Befüllung mit Quark oder zerstampften Kartoffeln gut. „In der Apotheke beraten wir die Patienten auch zu pflanzlichen Mitteln wie Tee“, so der Vizepräsident. Denn viel trinken ist in der Erkältungsphase oberste Prämisse. „Die Schleimhäute werden durch die Flüssigkeit ausreichend feucht gehalten, und die Erkältungsviren können sich nicht so gut vermehren. Zudem wirken Heilpflanzen keimhemmend, entzündungsdämmend und abschwellend“, weiß Scholz.

Sollen es doch lieber schmerzlindernde, rezeptfreie Analgetika sein, „helfen beispielsweise Paracetamol, ASS, Flurbiprofen oder Ibuprofen nachweislich am besten“, zählt Scholz auf. Bei lokal betäubenden Mitteln sind die Wirkstoffe Lidocain, Benzocain und Ambroxol zu empfehlen. Kommen weitere Erkältungssymptome wie verstopfte Nebenhöhlen und Husten hinzu, macht eine Kombination aus Schmerzmittel und lokaler Anwendung wie Spray, Saft oder Pastille Sinn.

Nicht zu lange warten

Die Anzahl an rezeptfreien Mitteln bei grippalen Infekten oder Husten ist heutzutage sehr groß. Als Laie ist es somit schwer möglich, den Überblick zu behalten – viele verlassen sich auf Tipps von Familie und Freunden oder fragen in der Apotheke gezielt nach. „Natürlich versuchen wir, den Patienten so gut wie möglich zu beraten, damit die Beschwerden schnell abklingen. Sollte sich nach drei Tagen allerdings keinerlei Besserung einstellen oder kommen weitere Symptome wie Fieber, Atemnot, starke Heiserkeit oder Hautausschlag hinzu, sollte der Betroffene schnellstens zum Arzt“, so Scholz.

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Fast 160.000 Rezepturen hergestellt

Kunde: Apothekerkammer Bremen

Nachfrage nach maßgefertigten Mitteln steigt

Bremen, 10. April 2015 – Im Jahr 2014 haben die öffentlichen Apotheken in Bremen und Bremerhaven 158.824 Rezepturen für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hergestellt. Das ermittelte das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) durch die Auswertung von Verordnungen. „Insgesamt dürfte die Zahl sogar noch deutlich höher liegen, weil Rezepturen für Privatversicherte oder auf direkte Nachfrage gar nicht erfasst werden. Das zeigt: Rezepturarzneimittel sind und bleiben eine notwendige Ergänzung zu industriell hergestellten Arzneimitteln“, bekräftigt Klaus Scholz, Vize-Präsident der Apothekerkammer Bremen.

„Rezepturarzneimittel sind in vielen Fällen unersetzlich, zum Beispiel wenn ein Kind ein Medikament in einer Dosis braucht, für die es kein industriell hergestelltes Arzneimittel gibt“, so Scholz. Der Großteil der maßgefertigten Medikamente für gesetzlich Versicherte entfiel 2014 auf sogenannte allgemeine Rezepturen (97.904), beispielsweise Kapseln und Salben. Jede Apotheke kann solche allgemeinen Rezepturen herstellen. Davon abgegrenzt werden so genannte Spezialrezepturen, zum Beispiel für Krebstherapie sowie die parenterale Ernährung (unter Umgehung des Darms).

Auch bei den Spezialrezepturen ist davon auszugehen, dass die Zahl der tatsächlich hergestellten Rezepturen über den erfassten Werten liegt. In den beiden Zytostatika-herstellenden öffentlichen Apotheken sind 12.958 Rezepturen angefertigt worden. Die Anforderungen an die Herstellung von Rezepturarzneimitteln sind in den letzten Jahren gestiegen. So ist seit 2012 unter anderem vorgeschrieben, dass der Apotheker bei jeder einzelnen Rezeptur die Plausibilität der Verordnung überprüfen und dokumentieren muss.

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Allergiker aufgepasst: Pollen fliegen bereits vermehrt

Kunde: Apothekerkammer Bremen

Apothekerkammer Bremen über Heuschnupfen und Hilfsmittel

Bremen, 26. März 2015 – Endlich ist wieder Frühling – doch schon seit einiger Zeit merken Heuschnupfengeplagte, dass die Pollensaison bereits begonnen hat. Jetzt im März fliegen vermehrt Weide, Hasel, Erle und Pappel durch die Lüfte und sorgen bei Betroffenen für juckende Augen und Niesattacken. Die Apothekerkammer Bremen rät dazu, sich frühzeitig mit entsprechenden Mitteln auszustatten.
Wer sich als Heuschnupfenpatient rechtzeitig vor dem Start der Pollensaison mit Antiallergika versorgt, ist gut beraten. Denn im Vergleich zu den letzten Jahren, hat sich das Flugverhalten heute stark geändert. Gräser und Pollen sind aufgrund der milden Temperaturen und anderen Umwelteinflüssen bereits sehr früh unterwegs und sorgen bei Allergikern im schlimmsten Fall nahezu das gesamte Jahr für juckende Nasen und tränende Augen. „Birkenpollen bereiten hierbei die meisten Probleme, da sie am häufigsten Allergien auslösen“, erläutert Dr. Richard Klämbt, Präsident der Apothekerkammer Bremen. Umso wichtiger sei es, sich mit dem Pollenflugkalender der Region auseinander zu setzen, mit dem Hausarzt oder Allergologen entsprechende Mittel herauszufiltern und sich in der Apotheke beraten zu lassen.

Schnelle Wirkung erwünscht

Der Grund, warum insbesondere Nase und Augen bei Heuschnupfen betroffen sind, lässt sich durch die hohe Anzahl an Mastzellen in der Nasenschleim- und Bindehaut erklären. Mastzellen schütten bei Kontakt mit Allergenen Histamin aus, was zum Anschwellen der Nasenschleimhaut und vermehrter Sekretbildung führt. Auch Niesattacken und Juckreiz werden durch den Botenstoff ausgelöst. Damit sich der Heuschnupfen nicht in die unteren Atemwege ausbreitet, gilt es, möglichst schnell und konsequent zu handeln. Der sogenannte „Etagenwechsel“ kommt bei 30 bis 49 Prozent aller Betroffenen vor: Die allergischen Beschwerden verschlimmern sich, gehen auf die Bronchien, und es kommt zum allergischen Asthma bronchiale. „Betroffene wünschen sich eine schnelle Linderung ihrer Beschwerden, doch sollten sie auch über eine langfristige Behandlung nachdenken“, so Klämbt.

Bei allergischen Beschwerden sind Loratadin und Cetirizin Mittel der ersten Wahl. Sie sind wirksam, gut verträglich und machen kaum müde – allerdings ist bei Cetirizin ein sedierender Effekt nicht vollkommen auszuschließen, sodass Vorsicht beim Autofahren geboten ist. Gute und schnelle Hilfe versprechen auch Antihistaminika in Form von applizierbaren Präparaten: Nasenspray und Augentropfen. Innerhalb einer Viertelstunde setzt die Wirkung mit einem H1-Antihistaminikum ein. Arzneistoffe wie Azelastin und Levocabastin werden lokal als Augentropfen oder Nasenspray eingesetzt und halten zudem bis zu zwölf Stunden vor. Neuere Antihistaminika sind Rupatadin, Levocetirizin und Desloratadin. Sie gelten allgemein als sehr nebenwirkungsarm und werden mit abschwellenden sowie entzündungshemmenden Wirkungen in Verbindung gebracht. Sollte sich keine Besserung einstellen, ist der Einsatz von Glucocorticoid ratsam – allerdings in voriger Absprache mit dem Hausarzt. „Glucocorticoide verhindern beziehungsweise lindern alle mit allergischen Reaktionen verbundenen Entzündungen“, erläutert der Kammerpräsident. Es wirke sowohl auf die Schleimhäute der Nase und Augen als auch abschwellend und antientzündlich im Bronchialsystem.
Wer schon frühzeitig vorbeugen möchte, ist mit den Wirkstoffen Cromoglicinsäure und Nedocromil gut beraten. Sie agieren als Mastzellenstabilisatoren und bewirken, dass der Körper weniger Histamin freisetzt. Die Heuschnupfen-Symptomatik wird also abgeschwächt. Die Mittel wirken in der Regel allerdings nicht sofort, sondern erst nach etwa zwei bis drei Wochen. Die Anwendung muss regelmäßig mehrmals am Tag erfolgen.

Weitere Möglichkeiten zur Therapie

Auch direkt zu Hause kann man etwas tun: So gibt es beispielsweise spezielle Staubsaugerfilter und Netze für Fenster, die Pollen abfangen. Zudem ist das richtige Lüften in der Pollenphase wichtig. In der Stadt sollte am besten früh morgens gelüftet werden, auf dem Land am späten Abend. Nach einem Regenschauer ist die Luft übrigens besonders rein, da feuchte Pollen schlechter fliegen.
Eine dauerhafte Lösung kann auch eine Hyposensibilisierung sein. Dabei handelt es sich um eine spezifische Immuntherapie oder Allergie-Impfung. Dem Allergiker wird in bestimmten Abständen per Spritze immer wieder der Stoff injiziert, auf den er reagiert. Eine schnelle Heilung darf allerdings nicht erwartet werden – erst nach drei bis fünf Jahren ist die Behandlung abgeschlossen, da das entsprechende Allergen in den ersten Wochen nur einmal wöchentlich in Steigerungen verabreicht wird. Ist die größtmögliche Dosis erreicht, bekommt der Patient nur noch alle vier bis acht Wochen eine Spritze. Sollte sich nach zwei Jahren keine Besserung einstellen, wird die Therapie abgebrochen. Neben dieser Möglichkeit der Heuschnupfenbekämpfung gibt es auch noch die Kurzzeit-Immuntherapie und die Rush-Immuntherapie. „Der Betroffene sollte vorab ausführlich mit seinem Hausarzt sprechen, welche Option sich für ihn eignet – oder ob sie überhaupt Erfolg verspricht“, so Klämbt. „Schwangere oder Menschen mit schwerem Asthma, Herz-Kreislauf- oder Tumor-Erkrankungen, Nierenproblemen oder einem geschwächten Immunsystem können diese Art der Therapie beispielsweise nicht in Anspruch nehmen.“

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